DGNet
Methodenschule 2026
Die DGNet Methodenschule 2026 ist die zweite Ausgabe des Weiterbildungsformats der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung und wird in diesem Jahr in Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ausgerichtet. Sie richtet sich an Forschende in verschiedenen Karrierestufen sowie an fortgeschrittene Studierende, die sich vertieft mit Konzepten, Methoden und Anwendungen der sozialen Netzwerkforschung auseinandersetzen möchten.
Nachdem die erste DGNet Methodenschule im Oktober 2025 auf Schloss Thurnau in Kooperation mit dem fimt der Universität Bayreuth auf großes Interesse und positive Resonanz gestoßen ist, wird das Format 2026 am Campus Triesdorf in der Markgrafenresidenz Weidenbach fortgeführt. Die diesjährige Methodenschule findet vom 22. bis 24. Juli 2026 statt und verbindet eine einführende Rahmung zentraler Konzepte der Netzwerkforschung mit vertiefenden methodischen Workshops in qualitativen, quantitativen und computergestützten Zugängen. Neben der fachlichen Weiterbildung bietet sie Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung innerhalb der deutschsprachigen Netzwerkforschung.

Programm
Eröffnet wird die Methodenschule durch eine Keynote von Prof. Dr. Johannes Glückler (LMU München) und einem anschließenden Überblick zu Konzepten und Methoden der Netzwerkforschung durch den Universitätsarchivar Daniel Reupke (Universität Bayreuth). Zum Erlernen unterschiedlicher Methoden werden drei parallele Tracks angeboten. Jeder Track umfasst zwei Kurse, die jeweils einen Tag dauern mit jeweils 4 × 90 Min. Am ersten Kurstag (Donnerstag) werden Grundlagen gelegt, während am zweiten Kurstag (Freitag) eine Vertiefung anhand praktischer Beispiele erfolgt. Ein Wechsel zwischen den Tracks ist nach dem ersten Kurs am Donnerstagabend möglich, sollte aber sorgfältig vorbereitet sein. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Die Teilnehmenden erhalten ein Teilnahmezertifikat der DGNet.
Track P: Data Science Methoden für die Analyse Sozialer Netze
Im Track P werden wir die Programmiersprache Python und einige dazu gehörende Programmpakete nutzen, um Graphen („Netzwerke“) aus verschiedenartigen Quellen zu erstellen, zu analysieren und zu visualisieren. Python ist „die“ Programmiersprache für Arbeiten im Bereich Data Science, weshalb es sinnvoll erscheint, sie auch in der Netzwerkforschung einzusetzen (Prof. Dr. Norbert Luttenberger, Uni Kiel).
Kurs P-1 „Python Basics“ (Donnerstag). Jupyter Notebooks als Programmierumgebung. Python-Variable und zugehörige Datentypen. Arithmetische, relationale, boolesche Operatoren. IF – THEN – ELSE – ELIF. Lists und FOR-loops, loop comprehension. Dateien lesen und schreiben. Einfache Tastatureingaben. Funktionen, Klassen und Objekte. Einführung in das Programmpaket pandas zur Bearbeitung von Tabellen.
Kurs P-2 „Python for Graphs“ (Freitag). Dieser Kurs hat den Fokus auf der Verbindung von Graphentheorie und praktischer Programmierung anhand von drei beispielhaften Datensätzen. Im Einzelnen: Vertiefung im Programmpaket pandas. Datenbereinigung mit pandas. Einführung in das Programmpaket NetworkX. Elemente der Graphentheorie. Erzeugung eines Graphen aus einer Liste von Knoten und Kanten („GoT graph“). Bipartite Graphen und Projektion. Erzeugung von Graphen aus dem „Netflix Streaming Dataset“. Analyse und Visualisierung dieser Graphen. Elemente der Verarbeitung natürlicher Sprache: Lemmatisierung und Vektorisierung. Erzeugung von Graphen aus dem Korpus der Amtseinführungsreden der amerikanischen Präsidenten. Analyse und Visualisierung dieser Graphen (Prof. Dr. Norbert Luttenberger, Uni Kiel).
Track Q: Qualitative Netzwerkanalyse
Kurs Q-1: Best Practices-Workshop: Wie beginne ich mit der Datenerhebung? Wie gehe ich mit den ersten Hürden um? Wie verorte ich meine Datenbasis netzwerktheoretisch? Welche Analysen und Visualisierungen machen im Hinblick auf welche Fragestellung Sinn? – Getreu dem Motto, dass aus der Praxis die besten Lösungsvorschläge erwachsen, werden wir in diesem Modul Praxisbeispiel aus aktueller Forschung von der historischen Quellen über den Zeitungstexte bis hin zu fragebogengestützten Interviews und Social Media kennenlernen und deren detaillierte Erhebung, qualitative Analyse und finale Visualisierung diskutieren (Prof. Dr. Melanie Nagel, Uni Heidelberg/Uni Tübingen; Dr. Maria Rammelmeier, hwst; Universitätsarchivar Daniel Reupke, Uni Bayreuth; NN).
Kurs Q-2: Hands-on-Workshop: Gemeinsam mit Melanie Nagel wird die Datenerhebung aus Texten, deren Analyse mit dem Discourse Network Analyzer (DNA) und ihre Visualisierung mit Visone erlernt. Danach bauen wir mit Daniel Reupke niedrigschwellig eine Datenbasis aus historischen Quellen, analysieren und visualisieren diese mit Online-Applikationen.
Track R: Quantitative Analyse Netzwerkdaten:
Kurs R-1: Datenerhebung von egozentrischen und soziometrischen Netzwerkdaten: Dieses Modul vermittelt zentrale methodische Prinzipien und praktische Strategien der Datenerhebung in der empirischen Netzwerkforschung. Im Mittelpunkt stehen Feldforschungspraktiken zur Erhebung egozentrischer und soziometrischer Netzwerkdaten in unterschiedlichen sozialen Kontexten, etwa in Schulklassen, Organisationen oder lokalen Gemeinschaften. Behandelt werden unter anderem Fragen der Netzwerkspezifikation (boundary specification), die Formulierung von Namensgeneratoren und Namensinterpretatoren, Strategien zur Erhöhung von Teilnahmequoten in vollständigen Netzwerkerhebungen sowie typische Herausforderungen bei der Erhebung relationaler Daten. Ziel des Moduls ist es, Teilnehmenden eine fundierte Grundlage für die Planung und Durchführung eigener Netzwerkerhebungen zu vermitteln (Dr. Heike Krüger, RWTH Aachen & Universität zu Köln/Dr. Lydia Repke, GESIS – Leibniz Institute for the Social Sciences).
Kurs R-2: Exponential Random Graph Models (ERGMs): Ziel dieses Moduls ist es, eine praxisorientierte Einführung in Exponential Random Graph Models (ERGMs) zu bieten. In der ersten Sitzung des Moduls werden die Teilnehmer in die formale Notation vollständiger Netzwerke, die Berechnung grundlegender Netzwerkmetriken für Konzepte wie Zentralität und Segregation sowie die Erstellung und Speicherung von Netzwerkobjekten in statistischer Software eingeführt. Anschließend lernen die Teilnehmer die Modellarchitektur von ERGMs kennen (Sitzung 2) und sehen Anwendungsbeispiele für ERGMs in R für wissenschaftliche Kooperationsnetzwerke und Freundschaftsnetzwerke unter Jugendlichen (Sitzungen 3 & 4). (Prof. Dr. Mark Wittek, Central European University)
| Mi., 22.07.2026 | |||
| bis 13 Uhr | Eintreffen | ||
| Plenum (Saal) | |||
| 13:00 – 14:00 | Keynote (Glückler) | ||
| 14:00 – 14:30 | Kaffeepause | ||
| 14:30 – 14:45 | Begrüßung (Panitz) | ||
| 14:45 – 17:00 | Einführung (Reupke) | ||
| 17:00 – 18:00 | Führung durch die Lehrgärten Triesdorf | ||
| 19:00 | Abendessen im Biergarten Triesdorf | ||
| Do., 23.07.2026 | |||
| Kurs P-1 (Raum 1) | Kurs Q-1 (Saal) | Kurs R-1 (Raum 2) | |
| 8:30 – 10:00 | Einführung in Python (Luttenberger) | Erhebung von Netzwerkdaten in qualitativen Interviews (NN) | Erhebung von sozio- und egozentrischen Netzwerkdaten (Krüger, Repke) |
| 10:00 – 10:30 | Kaffeepause | ||
| 10:30 – 12:00 | Einführung in Python (Luttenberger) | Erhebung von Netzwerkdaten in qualitativen Interviews (Rammelmeier) | Erhebung von sozio- und egozentrischen Netzwerkdaten (Krüger, Repke) |
| 12:00 – 13:30 | Mittagspause | ||
| 13:30 – 15:00 | Einführung in Python (Luttenberger) | Erhebung von Netzwerkdaten in qualitativen Interviews (Nagel) | Erhebung von sozio- und egozentrischen Netzwerkdaten (Krüger, Repke) |
| 15:00 – 15:30 | Kaffeepause | ||
| 15:30 – 17:00 | Einführung in Python (Luttenberger) | Erhebung von Netzwerkdaten in qualitativen Interviews (Reupke) | Erhebung von sozio- und egozentrischen Netzwerkdaten (Krüger, Repke) |
| ab 19:00 | Netzwerkwanderung nach Ornbau, Abendessen im Biergarten | ||
| Fr., 24.07.2026 | |||
| Kurs P-2 (Raum 1) | Kurs Q-2 (Saal) | Kurs R-2 (Raum 2) | |
| 8:30 – 10:00 | Graphanalyse in Python (Luttenberger) | Qualitative Netzwerkanalyse (Reupke) | Exponential Random Graph Models (Wittek) |
| 10:00 – 10:15 | Kaffeepause | ||
| 10:15 – 11:45 | Graphanalyse in Python (Luttenberger) | Qualitative Netzwerkanalyse (Reupke) | Exponential Random Graph Models (Wittek) |
| 11:45 – 12:45 | Mittagspause | ||
| 12:45 – 14:15 | Graphanalyse in Python (Luttenberger) | Qualitative Netzwerkanalyse (Nagel) | Exponential Random Graph Models (Wittek) |
| 14:15 – 14:30 | Kaffeepause | ||
| 14:30 – 16:00 | Graphanalyse in Python (Luttenberger) | Qualitative Netzwerkanalyse (Nagel) | Exponential Random Graph Models (Wittek) |
| ab 16:00 | Verabschiedung und Abreise | ||

Anmeldung & Teilnahmegebühr
Eine Anmeldung zur Methodenschule ist bis zum 14.Juni 2026 per E-Mail an anmeldung@dgnet-methodenschule.de unter Angabe der Rechnungsadresse möglich. Bitte geben Sie Ihren Namen, ihre wissenschaftlichen Einrichtung und die Bezeichnung des präferierten Tracks an.
Die Teilnahmegebühr beträgt 250 EUR (210 EUR für DGNet Mitglieder). Die Gebühr umfasst die Workshopteilnahme und die Verpflegung in den Veranstaltungspausen. Sobald Sie bezahlt haben, erhalten Sie eine Quittung, die Sie bitte bei der Anmeldung in Triesdorf vorlegen.
Wenn Ihnen die Teilnahme aus bestimmten Gründen doch nicht möglich ist, erstatten wir Ihnen die Teilnahmegebühr, wenn Sie sich bis spätestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn abmelden und wir „ihren“ Platz an eine Person auf der Warteliste vergeben können. Falls die Methodenschule abgesagt werden muss, erstatten wir Ihnen den Betrag vollständig zurück.
Foto: © Ivory Productions
Möglichkeiten der Übernachtungs in Weidenbach/Triesdorf
Wir haben ein Kontingent von 15 Doppelzimmer zum Preis von 95 EUR pro Nacht bei Doppelbelegung und 59 EUR als Einzelbelegung unter dem Buchungscode „DGNet“ im Gasthaus Sammeth-Bräu vorgemerkt. Bitte geben Sie bei der Reservierung an, ob Sie bereit sind Ihr Doppelzimmer gemeinsam mit anderen Teilnehmenden der Veranstaltungen zu nutzen (dadurch würden sich die Kapazitäten erhöhen). Dieses Angebot gilt bis zum 01. Juni 2026.
Weitere Übernachtungsmöglichkeiten finden sich hier https://www.triesdorf.de/wohnen-uebernachten und im 25 Minuten entfernten Ansbach https://www.tourismus-ansbach.de/planen-buchen/unterkunft-suchen-buchen
Zusammenarbeit mit dem AK Organisatorische Netzwerkforschung
Das jährliche Treffen des DGNet-Arbeitskreises Organisatorische Netzwerkforschung (AK Org. Net.) ist der Methodenschule zeitlich vorgeschaltet. Der Arbeitskreis dient als Plattform für den Austausch und die Präsentation eigener Arbeiten interdisziplinär Forschenden. Neben methodologischen, ethischen und hierarchisch-organizationalen Herausforderungen wird diesmal besonders das Thema Nachhaltigkeit adressiert.
Fragen zum Treffen des DGNet-Arbeitskreises Organisatorische Netzwerkforschung beantwortet Prof. Dr. Robert Panitz unter robert.panitz@hswt.de
Beide Veranstaltungen können einzeln besucht werden, entsprechend erfolgt die Anmeldung zur Methodenschule und zum AK Org. Net. unabhängig voneinander
Foto: © Ivory Productions


